Impulse

Zur Vorbereitung: Das Weh und Ach wegseufzen

Die Seufzerbrücke in Venedig verbindet den Dogenpalast und das Gefängnis miteinander. Die Vorstellung, dass die Gefangenen auf ihrem Weg zum Kerker von hier aus zum letzten Mal mit einem Seufzer einen Blick in die Freiheit der Lagune werden konnten, hat ihr den Namen gegeben.

Mir hilft dieses Bild dabei, die Woche gut abzuschließen und mich auf die kommende freie Zeit vorzubereiten:
Ganz bewusst einen letzten Blick auf das erlebte Weh & Ach zu werfen und es mit einem lauten Seufzer loszulassen. Dann übertönt es auch nicht den süßen Nachgeschmack, den all die auch erlebten schönen Ereignisse am Wochenende noch haben können.

Also: Montag – die verpasste Chance – Seufz…
Mittwoch – der total unnötige Ausraster – langer Doppelseufz…
und dann war da auch noch dieser Ärger – Aaaahhhhhhhhhh!

Das tut sooooo gut – entspannt die Muskulatur, lockert das Zwerchfell – also gleich nochmal ein langer Stoßseufzer … und ab in ein vergnügtes Wochenende!


Energiesparen, auch mental? So ist es möglich!

So sah ich an Halloween aus, nachdem die 6-jährige Tochter einer Freundin das Schminken dafür an mir ausprobiert hat.
Schaurig? Aber es war soooo schön, diesem ernsthaft malendem Kind in die Augen zu sehen. Die Freude im Gesicht, als sie malen durfte, was sie wollte. Dieses stolze Lächeln, als sie am Ende hörte, dass mir die gut gelungenen Vampirzähne am besten gefallen.
Ich habe mich danach noch mehrmals darüber gefreut. Jetzt gerade, weil ich es aufschreibe, schon wieder.

So könnte mentales Energiesparen ganz praktisch ausschauen. Jeden Tag eine Ärgergeschichte weniger weitererzählen (oder im eigenen Kopf in Dauerschleife drehen lassen.) … und stattdessen eine Freudengeschichte mehr mit anderen teilen. Die stillen Freuder:innen dürfen sie auch gerne sich selbst noch einmal erzählen oder aufschreiben😉

Für alle, die Lust haben, sich mitzuteilen: Was hat Sie heute erfreut?


Eine Update-Empfehlung für Sperrgebiete im Kopf

Erkennen Sie – selbst in diesem nebligen Novembergrau – die Pfosten am Wegesrand rechts und links von der schmalen Straße? In meiner Kindheit war hier ein großes Tor, mit Warnzeichen versehen. Das dahinter liegende unwirtliche Gelände an der Dettelbacher Staustufe mit einem Zaun abgesperrt.

Damit endeten meine frühen Abenteuer bei meinen Großeltern immer am selben Sehnsuchtsort. Einmal, nur einmal diese Wildnis betreten! Damals für mich unmöglich. Meine Welt endete immer am Tor. Irgendwann war das fest eingebrannt. Unvorstellbar, die Grenze zu überschreiten. So unvorstellbar, dass ich es auch später niemals probiert habe, das massive Tor links liegenzulassen und über den Zaun zu klettern.

Heute – Jahrzehnte später: Das Tor ist schon lange verschwunden, auch der Zaun längst abgebaut, die Straße wurde weitergeführt… alleine die Pfosten erinnern noch an das frühere Sperrgebiet. Der Durchgang ist für jede:n offen. Und trotzdem war es kürzlich ein seltsames Gefühl, ganz einfach hindurchspazieren zu dürfen. Noch ein Nachhall der früheren Prägung.
Genauso ist es auch in meinem Kopf. Jedes Mal, wenn ich mich bewusst über eine – mit bester Absicht – eingehämmerte Denkgewohnheit hinwegsetze, sehe ich innerlich immer noch die Pfosten vor mir, an denen mein lang trainierter Autopilot irritiert zum Stehen kommt. Darf ich oder darf ich nicht?

JA! Ich darf mich – ohne schlechtes Gewissen – um mich selbst kümmern, selbst wenn andere meine Unterstützung in dem Moment gebrauchen könnten!
JA! Ich darf mir die Zeit nehmen, um z.B. in Ruhe zu kochen und zu essen, weil es nicht immer im Leben auf Geschwindigkeit ankommt.
JA! Ich darf mir einen IT-Administrator gönnen, auch wenn ich mal in der Branche gearbeitet habe und man sich in alles einarbeiten kann.
JA! …

Ich merke immer wieder, dass mein Kopf – genauso wie mein Laptop und mein iPhone – regelmäßige Updates nötig hat. Sonst bleibe ich in der Schleife alter Erfahrungen hängen. Die weder falsch noch schlecht waren. Eher der damaligen Situation und Zeit angemessen. Doch die Welt dreht sich weiter. Also geht kein Weg daran vorbei, regelmäßig Sperrgebiete im Kopf zu entdecken, auf den Prüfstand zu stellen und Aktualisierungen für das innere Geschehen in die Wege zu leiten.

Wo stehe ich mir momentan selbst im Weg?
Was – nur weil ich es immer so gemacht habe – schränkt mich heutzutage ein?
Wo wird es Zeit, einen weiteren Versuch zu starten, eine andere Strategie auszuprobieren oder etwas total Neues zu starten?

Das nennt sich Lernen. Alte Erfahrungen nicht zu hüten wie eine Glucke, sondern beherzt neue zu sammeln – und damit immer wieder die Grenzen des Möglichen zu erweitern.
Auch das könnte eine Gewohnheit werden. Und im Laufe der Zeit der Beweis dafür, dass die Aussage des Neurowissenschaftlers Manfred Spitzer stimmt: „Unser Gehirn ist für das Lernen optimiert. Er lernt nicht irgendwie und mehr recht als schlecht, sondern kann nichts besser und tut nichts lieber.“


Lust auf magische Tauschgeschäfte?

Angenommen Sie könnten Fähigkeiten und Eigenschaften, die Sie sich wünschen (z. B. Ausdauer, Selbstvertrauen, Redelust oder Stolz) einfach so wie Kartoffeln oder Äpfel in einem Geschäft erwerben. Was würden Sie für sich erstehen wollen? Und mit welcher Ihrer Ressourcen, von denen Sie mehr als genug haben oder die für Sie wertvoll sind, könnten Sie im Gegenzug dafür bezahlen?
Wenn das ginge, das wäre magisch, oder?

Und es gibt es! Im ‚Magic Shop – Der Zauberladen‘ beim Psychodramaforum in Berlin habe ich solche magischen Tauschgeschäfte erlebt, zu denen ich Sie heute inspirieren möchte.
Als Ladenbesitzerin war es dabei nicht nur wichtig, das eigene Angebot festzulegen, sondern auch zu überlegen, was ich gebrauchen könnte und von meinem Gegenüber als Ausgleich erhalten möchte. Damit die verhandelten Güter auch wirklich zu ihrem wunschgemäßen Einsatz kommen, waren die Verkaufsgespräche mit potenziellen Interessent:innen eine wesentliche Grundlage für einen für beide Seiten zufriedenstellenden Tauschhandel.

Interessant war, wie viele Menschen sich Größenwahn wünschten. Mich hat das dazu gebracht, darüber nachzudenken, was mit Größenwahn anzufangen sei und ob vielleicht sogar ich einen Hauch davon verwenden könnte. Als ich mich entschlossen hatte, bei dem einzigen Anbieter einzukaufen, war er schon ausverkauft. Den noch übrigen kleinen Rest wollte er selbst behalten. So ein bisschen davon bräuchte ja schließlich jeder im Leben, um nicht nur kleine Brötchen zu backen, sondern sich selbst ins rechte (Rampen-)Licht zu rücken und zu seinen Wünschen und Bedürfnissen zu stehen. Recht hat er. Die Dosis macht das Gift!

Und jetzt können Sie sich vorstellen, Sie würden mit einem reflektierenden Blick auf sich selbst schauen. In Ihrem Team oder in der Familie auf diese Art und Weise über Stärken und noch nicht genutzte Potenziale ins Gespräch kommen. Sich überraschen lassen von dem vielfältigen Angebot und das eine oder andere im Tausch für sich selbst entdecken…

Wer dabei professionelle Begleitung haben möchte, kann sich gerne bei mir melden.


Wunderbar wertschätzend: Ohren auf!

Oh – wie gut das tut: Ungeteilte Aufmerksamkeit von anderen zu bekommen – ohne Ablenkungen und Blick auf die Uhr oder das Handy! Und einfach mal erzählen dürfen, was mir so auf der Seele liegt, Schmerzen bereitet, die Stimmung trübt… und verstanden werden.
Ohne dass mein Gegenüber sofort auf den Zug aufspringt und noch viel Schlimmeres beisteuert,
ohne dass abgewiegelt wird mit : „Na, das wird bestimmt wieder!“, ohne dass mir ungefragt geholfen wird… oder mir jemand wohlmeinend erzählt, was jetzt für mich das Beste ist.

Also Ohren auf – mit einem interessierten, anteilnehmenden Blick. Das Hilfreiche kann so einfach sein. Das haben Sie bestimmt selbst schon erlebt!
Doch leicht ist es auf keinen Fall.
Denn es gilt, die Palette der unangenehmen Gefühle von Wut bis Trauer auszuhalten, Lösungsideen, die einem als Außenstehenden vielleicht ins Auge springen, für sich zu behalten, sich selbst zurückzunehmen und mir den gerade notwendigen Raum zu geben. Damit können Emotionen nicht nur ausgedrückt werden, sondern auch allmählich wieder abflauen. Dieser respektvolle Umgang mit meinen Gefühlen traut mir auch zu, dass ich schon selbst meine Lösung (wenn es überhaupt eine gibt) finden werde. Wie wunderbar wertschätzend, sich in meine Sorgen und Nöte einzufühlen, ohne mir das Zepter aus der Hand zu nehmen!

Wenn Sie diese Fähigkeit ein bisschen weiter ausbauen, werden Ihre Mitmenschen das zu schätzen wissen. Garantiert.


„Sozusagen grundlos vergnügt…

Ich freu mich, dass am Himmel Wolken ziehen
und dass es regnet, hagelt, friert und schneit.
Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit,
wenn Heckenrosen und Holunder blühen.
– Dass Amseln flöten und dass Immen summen.
Dass Mücken stechen und dass Brummer brummen.
Dass rote Luftballons ins Blaue steigen.
Dass Spatzen schwatzen und dass Fische schweigen.

Ich freu mich, dass der Mond am Himmel steht
und dass die Sonne täglich neu aufgeht.
Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter,
gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter,
auch wenn die Neunmalklugen ihn nicht sehn.
Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn!
Ich freu mich. Das ist es Lebens Sinn.
Ich freue mich vor allem, dass ich bin.

In mir ist alles aufgeräumt und heiter;
Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt.
An solchem Tag erklettert man die Leiter,
die von der Erde in den Himmel führt.
Da kann der Mensch – wie es ihm vorgeschrieben,
– weil er sich selber liebt – den Nächsten lieben.
Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne
und an das Wunder niemals ganz gewöhne.
Dass alles so erstaunlich bleibt, und neu!
Ich freue mich, dass ich … Dass ich mich freu.“

(aus ‚In meinen Träumen läutet es Sturm‘ von Mascha Kaléko, deutschsprachige Dichterin)

In diesem Sinne: Machen Sie sich einen überaus freudigen Tag!


Zögerwechsel
oder: Wie Warten sich in Stärke verwandelt

Zögern = verpönt
In vielerlei Hinsicht. Nicht nur, weil Menschen in der Schule darauf trainiert wurden, schnelle Antworten zu liefern. Sondern auch, weil Zögern oft in einem Atemzug mit dem Zaudern genannt wird. Und das hat den Beigeschmack von Unentschlossenheit, Unsicherheit, vielleicht auch mangelndem Mut, die Dinge tatkräftig anzugehen. Also das Gegenteil von Stärke!

Impulse = kurzfristiges Vergnügen
Ich habe vor kurzem gelesen, dass nur Menschen zögern können. Tiere nicht. Denn sie folgen ihren Impulsen. Wenn ich meinen Impulsen freien Lauf lasse, dann regiert in den meisten Fällen mein Steinzeiterbe. Ich rede mich um Kopf und Kragen. Gebe der Lust auf eine komplette Tüte Paprika-Sticks nach und entscheide mich für meine Lieblingsserie anstatt für den BBC-Podcast von Neil McGregor, obwohl die Verbesserung meiner Englischkenntnisse mein erklärtes Ziel ist. Das sorgt zwar für kurzfristiges Vergnügen, doch am Ende überwiegt mein schlechtes Gewissen und beschädigt mein Selbstbild.

Entschluss = testweise
Vom Langsamen Walzer und Quickstep kenne ich den Zögerwechsel. Eine Tanzfigur, bei der das kurze Innehalten eine Richtungsänderung einläutet.
Ich beschließe, genau das einmal – auch außerhalb des Tanzparketts – auszuprobieren. Das Zögern ganz absichtsvoll zu nutzen. Immer wieder, einen Moment bewusst mein Leben anzuhalten und mich zu fragen: „Will ich wirklich? Bringt mich das, was ich tue, an das anvisierte Ziel?“

Wirkung = selbstbestimmter
Dieser kurze Moment des Wartens fühlt sich an wie ein STOP-Zeichen an einer Kreuzung, wo ich auf alle Fälle die Autoräder zum Stillstand bringen muss. Mich einmal umschaue, bevor es weitergeht. Ich habe festgestellt, dass diese eine Zögersekunde (denn mehr ist es eigentlich nicht) meine ungünstige Automatik abschaltet. Ich erinnere mich wieder an das, was mir am Herzen liegt und kann – im Handbetrieb – mich ganz bewusst entscheiden, was ich tun oder lassen will. So ändert sich die Richtung von fremdgesteuert zu selbstbestimmt. Mit jeder getroffenen Entscheidung fühlt sich das stärker an und macht mich zufriedener mit mir selbst:-)

Ergebnis = viral
Und dieses Zögern zieht ungeahnte Kreise. Dehnt sich auch auf andere Bereiche aus. Auf einmal fange ich an, auch bei meiner Arbeit bewusst über die nächsten Schritte nachzudenken. Schritt. Pause. Schritt. Pause. Schritt…
Dadurch arbeite ich konzentrierter und mache gleichzeitig mehr Pausen, die mir wirklich guttun und mir die Energie geben für den nächsten Schritt. Also habe ich mich entschlossen, das Experiment weiter laufen zu lassen. Ohne festgelegtes Enddatum. Ich hoffe dabei auf die Energieeffizienz meines Gehirns. Dass meine absichtsvollen Wiederholungsschleifen irgendwann (am besten bald) als neue Automatik ins System aufgenommen werden.

P.S. Nicht, dass Sie mich falsch verstehen: Natürlich habe ich nicht vor, mir dauerhaft einen Maulkorb umzubinden und auf diese wunderbaren Sticks oder die Serien gänzlich zu verzichten. Nur dann möchte ich es geistesgegenwärtig und mit Lust tun – ohne schlechten Beigeschmack!

Habe ich Sie jetzt auf den Geschmack gebracht, immer öfter mal zu zögern, d.h. den 1. Impuls ziehen zu lassen und vor dem Handeln oder Reden Ihr Gehirn wieder einzuschalten? Vielleicht machen Sie das ja auch schon längst. Wenn Sie Lust haben, Ihre Erfahrungen mit mir zu teilen, freue ich mich!


Die Elster-Strategie
oder: Wie Sie Ihren Umgang mit Ärger wohltuend verändern

Von wem haben Sie Ihre Ärger-Gewohnheiten übernommen?

„Allweil ruhig und still seie!“ So wurde meine Oma erzogen. Und mit diesem immer wiederkehrenden Satz hat sie ihr bewährtes Rezept für ein harmonisches Zusammenleben in schwierigen Zeiten auf mich übertragen und meinen Umgang mit Ärger geprägt. So habe ich gelernt, Ärger herunterzuschlucken… bis irgendwann das Fass voll war und ich bei Kleinigkeiten explodiert bin.
Wie ist es bei Ihnen? Wie reagieren Sie bei Ärger? Und von wem haben Sie sich Ihren Umgang mit Ärger abgeschaut?

Lernen am Modell ist eine angeborene Begabung
Kinder sortieren dabei nicht aus, sondern ahmen erst einmal nach, was ihnen ihr Umfeld vorlebt.
So entstehen meist in jungen Jahren auch Ärger-Gewohnheiten. Die werden im Laufe der Zeit verinnerlicht, bis sie sich normal, alternativlos und vielleicht sogar naturgegeben anfühlen. Das muss aber nicht so bleiben!

Lohnenswert: Umgang mit Ärger auf den Prüfstand stellen
Denn einer der Vorteile vom Erwachsensein ist, dass ich mich jederzeit entscheiden kann, von wem ich was lernen will.
Dass ich immer wieder andere dabei beobachten kann, wie sie knifflige Situationen mit Worten lösen, gelassen auf Ärger-Angebote reagieren oder auch ihrem Gegenüber verzeihen.
Dass ich frei bin in der Wahl meiner Vorbilder. Das können fiktive Charaktere aus Film, Fernsehen oder Büchern sein, die mir als künftige Verhaltensvorlage dienen. Das können reale Menschen sein, die ich kenne. Die ich dann auch befragen kann, wie sie es schaffen, ruhig zu bleiben, wenn mir selbst der Kragen platzt.
Ich habe lange meinen ehemaligen Chef dafür bewundert, wie er mögliche Ärger-Situationen im Ansatz erkennt, die Ursache glasklar analysiert, frühzeitig Dinge anspricht … und so den Unmut schon im Keime wieder erstickt. Darauf angesprochen meinte er: „Das ist ganz einfach. Entweder Du schaffst ihn aus der Welt oder er schafft Dich. Also: Ich will gewinnen!“

Wiederholung von Wohltuendem ist Trumpf
„Ich will gewinnen!“ Dieses Mantra habe ich mir zu eigen gemacht! Indem ich mir die Strategie meines Chefs und diesen Satz immer wieder bewusst vor Augen halte. Mit jeder Wiederholungsschleife sorge ich dafür, dass meine alte Prägung immer mehr an Wirkkraft verliert und die neue sich durchsetzt. Immer wieder.

Wer glänzt mit Ärgerverhalten?
Dieses Lernen am selbst ausgesuchten Modell ist vergleichbar mit der Elstern nachgesagten Diebeslust. Dieser schlaue Rabenvogel soll – dem Volksglauben zufolge – glänzenden Objekten kaum widerstehen können und sie gezielt stehlen.
Machen Sie sich das zu eigen. Bedienen Sie sich bei anderen und übernehmen Sie punktuell das, was Ihnen gefällt und guttut.
Dabei nimmt Ihr Diebesgut anderen überhaupt nichts weg, sondern macht auf diesem Weg die Welt sogar noch zu einem friedlicheren Ort!
Deswegen: Von wem möchten Sie einen wohltuenden Umgang mit Ärger lernen? Wer könnte Ihnen wobei als glänzendes Vorbild dienen?


Understatements ade!

Beim Neujahrsausflug war ich fasziniert von der kraftvollen Lässigkeit, die der Herkules auf seinem Denkmal schon von weitem im Kasseler Park Wilhemshöhe ausstrahlt… und dachte: „Davon könnte ich mir ein Scheibchen abschneiden!“
Mögen Sie sich auch Ihrer besonderen Stärken und Fähigkeiten bewusst werden – immer wieder – und darauf vertrauen.
In diesem Sinne: Prosit Neujahr!


Weniger Ärger = mehr Leitstern!

Nur mal angenommen, Sie hätten künftig weniger Ärger in Ihrem Leben.
Von was hätten Sie dann mehr? Mehr Gesundheit, Freude, Ausgeglichenheit, Zufriedenheit, Leichtigkeit, Entspannung, Energie oder…?
Und wo in Ihrem Körper spüren Sie diesen Zustand am meisten?
Im Kopf? Im Bauch?… Vielleicht sogar im ganzen Körper?
Anders formuliert: Wie fühlt es sich an, wenn Sie Ihren ‚Leitstern‘ spüren?
…wenn Sie Ihren Blick fokussieren auf das, was Ihnen wirklich wichtig ist, was Sie erreichen wollen?
Der Gedanke daran könnte so manchen Elefanten wieder zur Mücke werden lassen – klein und lästig, aber eben nur klein. Er könnte dazu führen,

  • dass Sie bei Kleinigkeiten großzügiger werden.
  • dass Sie sich nicht über die im Stress kurz angebundene Antwort eines lieben Menschen ärgern, sondern sich freuen, dass es ihn gibt.
  • dass Sie nicht mehr genervt sind von der schlechten Laune Ihrer Führungskraft/Kolleg:innen, sondern sich wieder daran erinnern, warum Sie diesen Job machen.
  • dass Sie bei einem Fehler nicht mehr aus der Haut fahren, sondern sich darauf konzentrieren, ihn dauerhaft abzustellen.

Also: Was ist Ihr Leitstern? Und wie erinnern Sie sich daran, wenn es Ärgerangebote en gros gibt…
Bei mir ist es das Bild lächelnder Kinder auf meinem Schreibtisch, das mich an Unbeschwertheit und Leichtigkeit erinnert, wenn der Tag dunkel und grau zu werden droht … oder vielleicht sogar schon ist.


Wie Sie sich einen inneren Aufprallschutz verschaffen

Die Gedanken sind frei… so frei, dass Sie menschliche Dauerärgernisse jedweder Art in Ihrem mentalen Kopfkino auf eine Art und Weise verpacken können, dass der Gedanke daran, Ihnen ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Ihre Gedanken bekommen damit die Wirkung eines inneren Aufprallschutzes. Dieser mentale Airbag ermöglicht eine Grund-Gelassenheit, die dafür sorgt, dass das, was andere sagen, Ihnen nicht unter die Haut geht. Gleichzeitig hilft er Ihnen dabei, selbst den schwierigsten Zeitgenoss:innen mit mehr Seelenruhe zu begegnen.

Also: Wie wäre es mit einem nervigen Kollegen, den Sie schon von weitem an seinem Schritt erkennen, in einer riesigen wabbernden Seifenblase, die auf dem Flur entlangrollt?
Oder mit einem cholerischen Chef mit dem Hütchen Ihrer Großmutter? Oder der besserwisserischen Nachbarin in…?
Ihrer Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Hauptsache, Sie schmunzeln (nur leicht!) und erzählen Ihrem Gegenüber nicht warum! 🙂

Für welchen Menschen könnten Sie einen inneren Aufprallschutz gebrauchen?


Angriff, Verteidigung, oder…?

Ein ganz normaler Montag morgen.
Ein Kollege: „Schau mal, der Kaffee ist alle.“ Die angesprochene Kollegin knurrt zurück: „Worum soll ich mich noch alles kümmern. Ich habe die Kanne nicht leer gemacht!“ Eine typische Szene, die sich – mit austauschbarem Inhalt – regelmäßig abspielt, nicht nur im Büroalltag. Wer sich angegriffen fühlt, beginnt meist automatisch sich zu verteidigen oder zum Gegenangriff überzuleiten.
Die Folge: Die Gemüter laufen ganz schnell heiß und die Eskalationsgefahr steigt rapide an. Was tun?
Gönnen Sie sich zwei Fehlversuche, damit Ihre Kommunikation besser gelingt!


Vergleiche – Nutzen Sie den Fahrstuhl ins Glück

Sich mit anderen zu vergleichen, liegt uns Menschen ‚im Blut‘. Nicht nur Gemeinsamkeiten zu entdecken, sondern auch Unterschiede zu erkennen und danach zu streben, es anderen gleich zu tun. So lernen Kinder. Durch Abschauen und der Orientierung am Modell. Erwachsene hören damit nicht einfach auf, nur weil sie groß geworden sind. Und das ist gut so!
Wichtig ist allerdings dabei, das ‚Preisschild‘ zu beachten, das der andere offensichtlich bereit war, für das Erreichte zu akzeptieren: die Zeit, Energie, Kosten…
Wer das übersieht, läuft Gefahr, bei Neid oder Selbstzweifeln zu landen, angesichts des vermeintlich Unerreichbaren oder der eigenen Unzulänglichkeit. Damit tun Sie sich keinen Gefallen. Das bringt Sie im Stimmungsfahrstuhl eher in den Kellerbereich, als dass es positive Energie freisetzt.

Deswegen meine Empfehlung für den Fahrstuhl ins Glück:
Vergleichen Sie sich doch öfter mal mit sich selbst. Ihren Fähigkeiten, Ihrem Wissen… von letzter Woche, von gestern…
Das verlockt a) einen (einzigen!) Berg in b) machbare Wegetappen einzuteilen. Außerdem bauen Sie automatisch auch c) die Erfolgsmessung gleich mit ein. Mit diesem Fokus auf Erreichtes schalten Sie übrigens den Turbo zum Weitermachen und Weiterwachsen ein. Und ganz nebenbei machen Sie sich – durch die selbst geschenkte Anerkennung – auch unabhängiger von der Wertschätzung anderer.

Also: Was ist es bei Ihnen, das Sie angehen wollen?
Bei mir ist es gerade meine körperliche Fitness, die über die vielen Online-Veranstaltungen aus meinem Home-Office auf der Strecke geblieben ist…
Übrigens: Wenn Sie sich auf eine Sache konzentrieren und dranbleiben… dann können Sie gar nicht verhindern, dass Sie besser werden:-)


Auch für Ärger, Groll & Co gilt:
Bitte Mindestabstand einhalten

Denn: Schwierige Situationen und neuzeitliche ‚Tiger‘ jeder Art zu nah ran kommen zu lassen, ist gefährlich. Da übernimmt schnell das Steinzeiterbe das Steuerrad, aktiviert den Kampf-/Flucht- oder Totstellmodus. Die Gefahr ist dann groß, die Fassung zu verlieren, unnötig Porzellan zu zerbrechen oder alte Rückzugsmuster wiederaufleben zu lassen.
Wer es allerdings schafft, genügend Abstand zu halten, kann die Vernunft mitreden lassen und sowohl selbstbestimmt als auch angemessen reagieren.

Der bewährte Klassiker, der mir immer wieder hilft, ist die Denkpause:
Bevor ich auf Anfragen oder Bitten anderer spontan reagiere und mich hinterher über meine vorschnelle Antwort ärgere, gönne ich mir einen Moment, um den Wunsch wirken zu lassen und antworte erst einmal mit „Lassen Sie mich kurz darüber nachdenken!“
Selbst wenn ich im Anschluss die Bitte erfülle, hebt die Pause die Selbstverständlichkeit meiner Hilfbereitschaft auf und erhöht damit den Wert meiner Zusage… weil der andere merkt es deutlich, dass ich die Autopilotsteuerung abgestellt habe.

Welche (verbalen) Luftholer, (körperlichen) Abstandshalter oder (gedanklichen) Gemütskühler haben sich für Sie bewährt?


Was sorgt für Willensstärke & Co?

Na klar: üben! Das ist ein alter Hut.

Doch es ist völlig egal, womit Sie das tun. Ob Sie jeden Morgen vor 8h einen Apfel essen, 3 Liegestütze vor den dann erlaubten Chips vorm Fernseher machen, täglich 5 min Ihre Ablage sortieren oder Ordner ausmisten. Völlig egal.
Nur komme, was wolle! Es geht darum, diese kleine Selbstverpflichtung für eine bestimmte Zeit einzuhalten.

Belohnt werden Sie dann nicht nur damit, dass sich eine für Sie hilfreiche Gewohnheit etabliert. Sie kommen so auch bei einem Herzensprojekt ein Stück weiter. In kleinen Schritten, aber stetig und schon nach kurzem unübersehbar.
Und ganz nebenbei schleicht sich auf diese Weise der Gedanke ein, dass Sie die Dinge schaffen können, die Sie sich vornehmen. So eine Gewissheit ist wie Löwenzahn. Sie breitet sich von ganz alleine aus, auch auf andere Lebensbereiche… und Sie werden entdecken, wozu Sie alles imstande sind. Stück für Stück.
Wie steht’s? Selbst Lust bekommen auf Entdeckungen?


Haben Sie auch einen Brot-Pass? … oder:
Wie Sie Ärger-Zahltage künftig verhindern können

Sammeln und sparen wie früher. Das ist die Idee hinter dem Punkte sammeln, die mit BahnCard, Payback-Karte oder Brot-Pass bei vielen Menschen den Einzug ins Portemonnaie geschafft hat. Wie früher das Heft wird heute die Karte gezückt, um die Kundentreue zu dokumentieren. Am Ende winkt ein Gutschein, ein Nachlass auf den nächsten Einkauf oder das Extra-Brot.
Lesen Sie hier, wie ein Mittel zur Kundenbindung zum Ärger-Zahltag wird und was Sie dagegen tun können. Damit Sie Einfluss nehmen. Da, wo Sie können.


Eine Muskatzine, ein Urlaubsfoto und ein Anker…

Zuerst einmal HALLO! Wer mich noch nicht kennt: Ich heiße Muskatzine und bin eine Gebäckspezialität aus Dettelbach, dem unterfränkischen Heimort von Elke Kammerer. Allein der Gedanke an mich, zaubert ihr ein Lächeln ins Gesicht, ruft angenehme Erlebnisse ins Gedächtnis, lässt das Wasser in ihrem Mund zusammenlaufen… mmmh!
Selbst wenn Sie noch nie eine Muskatzine im Mund hatten, kennen Sie das z.B. von einem Urlaubsfoto, oder? Ein buntes Bildchen hat die Kraft, Sie zurück an einen Ort, in eine bestimmte Situation zu beamen. Es kann Sie in gute Laune versetzen, selbst wenn es im Außen gerade alles andere als heiter ist.
Beide – die Muskatzine wie das Urlaubsfoto – sind damit Anker, d.h. die äußeren Auslöser von inneren Reaktionen. Diese Reiz-Reaktions-Kopplung kann zufällig in Gang gesetzt werden, z.B. durch Ihr Lieblingslied, das gerade im Radio läuft…
Sie können Anker aber auch ganz bewusst in Ihrem Alltag als effektive Methode zur Selbstkonditionierung nutzen, um sich auch in schwierigen Situationen in einen guten Mentalzustand zu versetzen. Denn wie ein Boot lassen sich gute Gefühle ankern, damit sie nicht abtreiben.
Lesen Sie hier, wie Sie sich in 6 einfachen, aber wirkungsvollen Schritten gute Gefühle auf ‚Knopfdruck‘ verschaffen können.


Wunderbar Heilendes … zum Jahresabschluss

Wussten Sie schon? Die Fähigkeit zu vergeben, schenkt Menschen das heilendste Gefühl. Das lässt sich im Labor am Abbau von Stresshormonen messen!
Gleichzeitig ist das auch eine der größten Herausforderungen, denn:
Je verärgerter, gekränkter und verletzter Sie sind, desto schwerer ist es, zu verzeihen. Desto größer ist aber auch das Wunder der Heilung, das Sie dabei erleben können. Die Ein-Minuten-Geschichte ‚Nach Hause‘ erzählt genau davon.


Gut. Besser. Picasso.

„Das Schlimmste ist, es ist nie etwas abgeschlossen, es gibt nie den Moment, wo man sagen kann: ich habe gut gearbeitet und morgen ist Sonntag. Sobald man aufhört, ist’s, um von vorne anzufangen. Man kann ein Bild sein lassen und beschließen, nicht mehr daran zu rühren. Aber nie kann man darunter schreiben: Ende.“

Picassos Zitat zeigt mir, dass innere Kritiker nicht halt machen. Vor niemandem. Wie berühmt und perfekt jemand für andere auch sein mag. Das ist irgendwie tröstlich. Doch entbindet es mich nicht von den immer wieder notwendigen kleinen Entscheidungen, wann für mich in meinem Alltag gut gut genug ist:

Wann drücke ich endlich den Aktualisierungs-Knopf für diesen Beitrag?
Wann beende ich die unendliche Suche nach Rechtschreibfehlern in meinen regelmäßigen Newslettern?
Wann erkläre ich den Schreibtisch für aufgeräumt, die Ablage für gut sortiert, das Badezimmer für geputzt,…?

Zwei Fragen sorgen bei mir immer wieder für einen Ausstieg aus dem Optimierungswahn:
1) Was kann schlimmstenfalls passieren, wenn es schief geht?
Das ruft mir ins Gedächtnis, dass aus mir beispielsweise keine Ärztin geworden ist, die am OP-Tisch gravierende und nicht mehr reparable Fehler begehen kann, die es mit viel Sorgfalt zu vermeiden gilt.
2) Angenommen ich wäre künftig nur einen winzigen Tick früher mit mir zufrieden…
Wie viel Zeit hätte ich dann für sinnvollere Tätigkeiten zur Verfügung, wie viel Freiraum im Kopf gewonnen, wie viel gute Laune mehr zum Versprühen?
Auf was davon will ich verzichten für ein bisschen mehr Perfektion?

Für heute beschließe ich … auf nichts!
Und drücke den Knopf. Endlich.


Ein Mittel …
gegen ein Einheitsgrau im Außen wie im Innen

Mit der folgenden ‚Sonnenpause‘ können Sie kurz durchatmen, neue Kraft tanken und danach umso konzentrierter die nächsten Aufgaben anpacken.
Und so geht es:

  • Setzen Sie sich aufrecht und entspannt hin, schließen Sie die Augen und lassen Sie Ihren Atem tief und ruhig in den Bauch fließen.
  • Stellen Sie sich eine riesige Sonne vor, die mit ihren Sonnenstrahlen ein wohlig wärmendes und belebendes Licht ausstrahlt. Nähern Sie sich ihr so weit, dass Sie angenehm ganz von Licht und Wärme umgeben sind.
  • ‚Duschen‘ Sie genüsslich darin und genießen Sie das Wohlbefinden in Ihrem Körper.
  • Und jetzt atmen Sie dieses angenehme Licht zusätzlich ein. Spüren Sie dabei dem Duft und dem Geschmack des Sonnenlichtes nach. Vielleicht gibt es auch einen Klang oder eine Melodie, die Sie mit der aktivierenden Energie der Sonne verbinden.
  • Malen Sie sich aus, wie die Lichtstrahlen, die Sie einatmen, durch Ihren Körper getragen werden und die anregende Wirkung sich ganz besonders in den Bereichen entfaltet, in denen Sie diese wohltuende Kraft & Wärme am meisten benötigen.
  • Zum Abschluss atmen Sie mehrmals tief in Richtung Sonne aus, bis das Fantasiebild wieder verschwindet und öffnen die Augen…

Et kütt, wie et kütt…

Sich in das Unabwendbare zu fügen, wenn man ohnehin nichts an den Geschehnissen ändern kann und stattdessen seine Kräfte bei den Dingen einzusetzen, die Sie in der Hand haben: Das ist in diesen ver-rückten Zeiten – bestimmt auch für Rheinländer – leichter gesagt als getan.
Um sich die dazu notwendige Ruhe und Klarheit zu verschaffen, testen Sie doch einmal die folgende einfache, aber wirksame Wasserfall-Übung…


Eine Strichliste … als Anti-Ärger-Strategie

Nörgelnde Chefs, rechthaberische Kollegen und dann auch noch pubertierende Kinder! Ärger-Anlässe kommen zuverlässig – täglich – zuhauf!
Mit der folgenden Ärger-Strichliste schaffen Sie es, seltener in Rage zu geraten und Ihre Ruhe besser zu bewahren:
Halten Sie nach potentiellem Ärger Ausschau – und machen Sie künftig für jede Gelegenheit zum Ärgern, die sich Ihnen im Laufe eines Tages bietet, einen Strich (auf einem Zettel in der Hosen- oder Handtasche – das reicht).
Am Ende Tages zählen Sie, wie viel zusammengekommen ist. Mehr nicht.
Nach ein paar Tagen eröffnen Sie auf Ihrem Zettel eine zweite Kategorie und zählen nicht nur die Ärger-Angebote, die Sie ‚erhalten‘ haben, sondern auch diejenigen, die Sie ‚angenommen‘ haben. Das heißt 1 x geärgert = 1 Strich. Lassen Sie sich überraschen, wie das Verhältnis von beiden aussieht.
Sie werden sehen…
Mit so einer einfachen Strichliste werden Sie sensibler für Ärger-Gelegenheiten, d.h. Sie bemerken Sie früher. Damit können Sie bewusster entscheiden, ob Sie ‚anbeißen‘ d.h. das Ärger-Angebot annehmen oder nicht.
Möglicherweise lassen Sie – von Tag zu Tag – auch mehr Ärger-Anlässe ungenutzt vorbeiziehen und freuen sich stattdessen über Ihre gewonnene Gelassenheit und die damit verbundene gesparte Zeit und Energie:-)


Entwicklungshilfe für Ihre Vorsätze:

Zum guten Start in das neue Jahr hier 3 Empfehlungen, wie Sie Ihre – vielleicht langsam schon verblassenden – Neujahrsvorsätze auch wirklich dauerhaft umzusetzen:

15-Sekunden-Weiche stellen

Stimmen Sie sich jeden Morgen – am besten noch im Bett direkt nach dem Aufwachen – 15 Sekunden lang voll konzentriert auf Ihr Ziel ein. Stellen Sie sich dabei eine Tätigkeit bildhaft vor, die zur Erfüllung Ihres Ziels beiträgt. Das reicht!
Denn: 15 Sekunden (also 3 Atemzüge lang) sind ein sehr kurzer Zeitraum, oder? Aber nur soviel Zeit braucht unser Bewusstsein, um sich mit dem Unterbewusstsein abzustimmen und Entscheidungen zu treffen – vergleichbar mit dem Einstimmen von Musikinstrumenten, damit sie später planmäßig den gewünschten Ton treffen.

Minimumprogramm statt Ausnahme

„Ein Mal ist kein Mal!“ – Was so harmlos klingt, sorgt dafür, dass – 3 Tage später – die nächste Ausnahme von der neu gesetzten Regel schon deutlich leichter fällt. Dann ist es nicht mehr weit zum ‚langsam schleifen‘ und letztlich ’sein lassen‘ von den Dingen, die Sie für sich künftig dauerhaft anders machen wollten.
Deswegen: Lassen Sie besonders in der Anfangszeit keine Ausnahmen zu!
Das gilt 6-8 Wochen bei täglichen Tätigkeiten bzw. ein halbes Jahr bei wöchentlichen Terminen. Erst dann ist die neue Routine so selbstverständlich, dass Sie etwas vermissen, wenn sie ausfällt. Und für den Tag, an dem es wirklich nicht geht, absolvieren Sie zumindest ein vorab festgelegtes Minimumprogramm.

Fort-Schritte zählen

  • Nichts ist motivierender als gute Ergebnisse! Deshalb: Machen Sie sich die Fortschritte Ihrer Bemühungen regelmäßig bewusst. Am besten täglich abends vor dem Schlafen gehen. So erinnern Sie sich immer wieder an die angenehmen Auswirkungen Ihres Verhaltens.
  • Denken Sie insbesondere auch, welche inneren und äußeren Widerstände Sie dabei überwunden haben, z.B.:
    „Habe Aufgabe X erledigt, obwohl ich keine Lust hatte.“
    „Habe die Präsentation gehalten, obwohl meine Beine gezittert haben.“
    „Habe den Auftrag Y endlich fertig, obwohl ich heute ständig unterbrochen wurde.“
    „Habe statt der Schokolade einen Apfel gegessen, obwohl es mir schwer gefallen ist.“
    „Habe in der Mittagspause eine Runde um den Block gemacht, obwohl es geregnet hat.“
    Damit stärken Sie Ihre Selbstwirksamkeit, d.h. Ihre Gewissheit, auch mit widrigen Umständen umgehen zu können.
  • „Fürchten Sie sich nicht vor dem langsamen Vorwärtsschreiten, sondern fürchten Sie sich nur vor dem Stehenbleiben!“ 🙂

Erkennen Sie Ihre inneren Antreiber

Hohe Erwartungen und Ansprüche an sich selbst beruhen meist auf verinnerlichten Lebensregeln, die dafür sorgen, dass Sie es im Leben zu etwas bringen. Erfolgreich werden.
„Sei stark!“, „Beeil Dich!“, „Streng Dich an!“…
Bei einem Zuviel des Guten verwandeln sich solche grundsätzlich nützlichen Botschaften jedoch ins Gegenteil. Selbstüberforderung und Selbstzweifel sind damit vorprogrammiert, besonders dann, wenn Worte wie „immer“ oder „Ich muss“ die Einstellung absolut machen.
Deshalb: Erkennen Sie Ihre inneren Antreiber – dann wissen Sie, wo Sie ansetzen können, um Ihr Verhalten situationsgerecht anzupassen.
Hier geht es zum Antreibertest und 5 Strategien, wenn die Antreiberdosis zu hoch ist.


Lassen Sie Ihre innere Kritikstelle ihren vollen Job machen – und das gut!

Tappen Sie auch manchmal in die Wahnsinnsfalle (nach Albert Einstein) „immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“?
Genau hier könnte Ihre innere Kritikstelle Ihnen wertvolle Dienste leisten und Ideen zur Verbesserung liefern. Wie Sie sie geschickt in einen zieldienlichen agilen Lernprozess einbinden und was es dabei zu beachten gilt, lesen Sie bei folgendem springenden Punkt: Umgang mit Ergebnissen


3 Wege, aus einem Gedankenkarussell auszusteigen

Wenn die inneren Stimmen überhand nehmen und nicht (mehr) förderlich sind, haben Sie grundsätzlich 3 Möglichkeiten, Chef in Ihrem Kopf zu bleiben. Diese wirken als Musterunterbrechungen und tragen zu einem inneren Abstand bei. Damit sichern Sie sich Ihre Handlungsfähigkeit wie auch Ihren Schlaf.


Die 3-Minuten-Inspiration für Wartezeiten jeder Art

Advent (lateinisch adventus „Ankunft“) bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, Weihnachten, vorbereitet.
Auch wenn Sie christlichen Traditionen nicht nahe stehen,
so können Sie vielleicht doch mit meiner Lieblingsgeschichte zum Gesunden Selbstmanagement etwas anfangen, die so gut in diese Ankunftszeit passt.
Lesen Sie hier: Herr Wohllieb wartet auf ein Zeichen
Damit wünsche ich Ihnen eine anregende 3-Minuten-Inspiration sowie eine zufriedene Wartezeit … auf was auch immer für Sie bald kommen soll.


Der Wert einer Viertelstunde

Haben Sie auch so eine ‚Ich-müsste-unbedingt-Aufgabe‘ auf dem Tisch? Eine, die lästig, unangenehm oder langweilig ist, aber trotzdem sein muss. Je früher, desto besser! Bei mir ist es Buchhaltung – Belege, die sich stapeln – und die Hürde anzufangen, wird immer größer…
Das kostet Aufmerksamkeit, weil Sie sich ständig daran erinnern, dass Sie es immer noch nicht getan haben. Damit frisst das ständige Aufschieben unnötig Energie, manchmal sogar Selbstwert.

Deswegen:
Die 15min-Häppchen-Technik für Ihr gesundes Selbstmanagement
Stellen Sie sich einen Wecker – 15 Minuten lang. Und dann (gleich noch nicht jetzt:-)) nehmen Sie die Aufgabe in Angriff – nur für die nächste Viertelstunde. Versprochen! Sind Sie früher fertig, haben Sie die restliche Zeit Pause. Dauert es länger, hören Sie in jedem Fall nach 15 min auf. Lassen Sie den damit schon einmal angefahrenen Zug heute kurz vor Feierabend, morgen oder zu einem anderen Zeitpunkt einfach weiter rollen… im 15-Minuten-Takt.

Die Konsequenz: Erfolge – auch solche kleinen – sind Dopamin für Ihr Gehirn. Dieses Glückshormon, das für Ihr Wohlgefühl im Anschluss sorgt, kann süchtig machen, d.h. Ihr System will mehr von dieser Belohnung. Außerdem lernt es: „War doch gar nicht so schlimm!“ und lässt sich das nächste Mal leichter überzeugen, einfach anzufangen oder dort weiterzumachen, wo Sie das letzte Mal aufgehört haben.
Also: Was machen Sie die nächste Viertelstunde? Los geht’s – jetzt!


Standhaft beim „Nein“ bleiben – von Profis lernen

Sie haben sich entschieden: Nein! Sie stehen nicht mehr als Erfüllungsgehilfe, Mülleimer oder Feuerwehr zur Verfügung. Das hatten Sie sich fest vorgenommen. Sie sagen das deutlich. Erstaunlicherweise dringt das nicht zu Ihrem Gegenüber durch. Mit diesen 3 einfachen Lektionen werden Sie zum Standpunktsieger.


„Nein“ sagen – 10 Tipps für klare Grenzen

Purer Egoismus ist der Spaltpilz für ein harmonisches Zusammenleben. Schließlich sind wir als soziale Wesen aufeinander angewiesen, was von jedem ein Mindestmaß an Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und Einfühlungsvermögen verlangt. Bisweilen lassen wir uns aber zu sehr für die Rolle des allzeit bereiten Kümmerers vereinnahmen. Und irgendwann kommt dann der Punkt, an dem es reicht: Der Schutzmechanismus springt an. Doch wie bekommt man die eigenen Wünsche klar? Wie nimmt man sie ernst und übersetzt sie in charmante Grenzziehungen? Mit diesen Tipps fällt es Ihnen leichter, das erschöpfende Anzapfen der eigenen Energien zu beenden.


Geistige Flexibilität – ein Experiment

Vielleicht haben Sie ja Lust, nicht nur Ihre eigenen, sondern auch die Denkgewohnheiten im Team oder die Ihrer Kollegen in Bewegung zu bringen.
Viel Spaß mit dem Experiment!


Wie sind die Menschen in dieser Stadt?

Vor den mächtigen Toren einer Stadt hielt der Torwächter Wacht über alle Besucher und über die Einwohner der Stadt. Eines Tages kam ein Wanderer an die Tore und machte Rast. Als der Torwächter auf ihn zutrat, fragte er ihn: „Wie sind denn die Menschen in dieser Stadt?“ Daraufhin fragte ihn dieser: „Sag Du mir erst Wanderer, wie sind denn die Menschen in der letzten Stadt, in der Du warst, gewesen?“ „Oh“, sagte der Wanderer, „fürchterlich halsstarrig, sie wollten nichts lernen.“ „Dann“, erwiderte der Torwächter, „muss ich Dich enttäuschen, die Menschen in dieser Stadt sind ganz genau so.“ Da beendete der Wanderer seine Mahlzeit und machte sich wieder auf den Weg, ohne die Stadt zu betreten.

Nicht lange danach rastete wieder ein Wanderer im Schatten der Tore und fragte den Torwächter über die Menschen der Stadt. Auch diesem antwortete der Torwächter mit der Frage: „Sage Du mir erst Wanderer, wie sind denn die Menschen dort gewesen, wo Du herkommst?“ „Oh“, sagte der Wanderer, „wundervolle, anspruchsvolle, wissbegierige und diskussionsfreudige Menschen.“ „Dann“, erwiderte diesem Wanderer der Torwächter, „kannst Du Dich freuen, die Menschen in dieser Stadt sind ganz genau so.“ (Verfasser unbekannt)

Wie sind denn die Menschen in Ihrem Unternehmen und in Ihrem Umfeld?


Wer sich verändert …

  • hat nichts getaugt!
  • weiß nicht, was er will.
  • passt sich flexibel an neue Gegebenheiten an.
  • wirft Bewährtes über Bord und hält nichts von Beständigkeit.
  • erkennt den Geist der Zeit.
  • sucht nach Verbesserungen.
  • dreht sein Fähnchen nach dem Wind.
  • entwickelt sich weiter.
  • springt auf jedes neue Pferd auf.
  • stellt sich immer wieder selbst auf den Prüfstand.
  • bietet Angriffsfläche.
  • investiert in sich selbst.
  • verlässt sicheres Terrain und geht schwer kalkulierbare Risiken ein.
  • macht Fortschritt möglich.
  • entscheidet sich für das Weiterlernen.
  • beweist Mut und kann mit Unsicherheit umgehen.

Welche Überzeugung haben Sie?
Wie gehen Sie mit Veränderungen um?